Wie werde ich Tauchlehrer?

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So, hier geht jetzt die im ersten Beitrag erwähnte IDC (INSTRUCTORDEVELOPMENTCOURSE ) Geschichte weiter.

Eigentlich müsste Bianca hier schreiben, denn Sie war es die plötzlich die Idee hatte, doch Tauchlehrer zu werden. Denn als Divemaster waren wir bisher echt glücklich und zufrieden. Man darf ja als DM keine Theorie Kurse halten und ist zeitlich nicht allzusehr mit dem Business verplant. Zum Zeitpunkt unserer IDC-Anmeldung war uns nicht im geringsten bewusst, wie sich das bald ändern würde…

Die Buchung des Kurses in Ägypten beim Blue Water Diving Resort , war wirklich einfach und die Kommunikation lief von Anfang an reibungslos und sehr professionell. Da wir keine Lust hatten jeden Tag mit dem Shuttle zur Basis zu fahren, entschieden wir uns für das Hotel direkt gegenüber der Basis, dem Arabella Azur Resort. Das war wohl die beste Entscheidung überhaupt. Nicht nur für uns, sondern auch für Simona, Michi, Matthias und Steffen, die den Kurs mit uns absolvierten. Denn wir konnten so immer Kleinigkeiten organisieren wenn denn mal was gefehlt hatte. Aber Farid -der Course Director – hatte alles so perfekt geplant, das wir selten davon Gebrauch machen mussten. Auch der kurze Heimweg war natürlich praktisch und die Möglichkeit Mittags im Hotel zu essen war oft für die positive Stimmung bei uns beiden verantwortlich. Obwohl das übertrieben ist. Unsere Gruppe war wirklich sehr lustig und wir hätten die ganzen Sprüche aufschreiben sollen.(Taucher! Taucher! Blas Dein Blei auf und wirf dein Jacket ab 😉 )

Farid meinte zum Anfang des Kurses zu uns, dass es „the best time of your life“ sein werde. Ich glaube, das er nicht sonderlich übertrieben hat.

Ein Großteil des Kurses wird mit Theorieunterricht verbracht. Vor allem rechtliche Dinge werden bis zum Exzess durchgegangen und man wird auch ständig auf die Instructor Examination Prüfung vorbereitet. Das bedeutet, das regelmäßig Tests im Klassenraum aber auch abends im Hotel (Hausaufgaben) geschrieben werden. Zum Anfang waren wir davon schon genervt und auch nicht sonderlich gut. Im Nachhinein muss man sagen, das es sehr hilfreich war und wir als Gruppe die ersten waren, die damit in der Prüfung fertig waren und auch bestanden hatten.

Die praktischen Übungen fanden fast immer am Hausriff statt. Das hatte natürlich den Vorteil auch spontan nochmal ins Wasser zu können und die Zeitersparnis war dadurch enorm. Denn die Zeit lief extrem schnell. Zwei Wochen waren sehr knapp bemessen für den zu vermittelnden Inhalt und deshalb waren die Tage für uns sehr lang. Ich glaube, dass es fast jeden Tag 12-14 Stunden waren. Manchmal durch die Hausaufgaben auch sicherlich 16 Stunden.

Trotzdem hatten wir immer viel Spaß dabei und das war wahrscheinlich auch der Grund warum wir so gut abgeschnitten haben.

Die eigentliche Prüfung ging über zwei Tage. Tag 1 war zuerst durch die Theorieprüfung bestimmt. Danach hatten wir die praktische Pool-Prüfung (wir hatten 2 Skills in Demonstrationsqualität vorzuführen) und anschließend mussten wir noch unter Beweis stellen, dass wir für Schüler Theorieunterricht halten können. Dafür hatten wir jeder ein anderes Thema bekommen und ca. 90 Minuten Zeit um daraus eine Unterrichtseinheit von ca. 20 Minuten zu gestalten. Aber das war unsere Stärke und wir haben mit Bravour bestanden. So zumindest die Aussage von unseren wirklich netten PADI Prüfern.
Tag 2, die Freiwasserprüfung, fand zu unserem Glück am Hausriff statt. Die gewohnte Umgebung gab uns etwas Sicherheit. Wir waren zwar hervorragend vorbereitet, aber auch sehr nervös. Zumindest bis wir abgetaucht waren. Unsere Prüferin Nicole Detry von PADI war von unseren zuvor zugeteilten und unter Wasser demonstrierten Skills sehr beeindruckt, dass es ein extra großes Lob von ihr an Land gab. Als letztes wurde dann noch die von vielen gehasste Rescue Übung 7 abgenommen. In der Kurzfassung sieht das dann folgendermaßen aus: Es soll ein nicht reagierender, nicht atmender, an der Oberfläche treibender Taucher im Wasser beatmet und an Land gebracht werden. Um der ganzen Sache noch einen drauf zu setzten, muss man den zu rettenden Taucher und sich selbst aus dem Gerät „befreien“ und dabei auch noch im 5 Sekundentakt beatmen. Klingt kompliziert, anstrengend und utopisch? So ging es uns anfangs sicherlich auch. Aber dank Farid, der uns fast militärisch* diesen Skill drillte (Sir, yes Sir!), war das für uns in der Prüfung -ohne zu übertreiben – ein Kinderspiel.

Anschließend mussten wir nur noch das Debriefing hinter uns bringen und dann auf die Ergebnisse warten. Aus unserer Gruppe hatten ALLE zur Prüfung zugelassenen bestanden. Bei anderen IDCs sah das anders aus. Well done, Farid! Bei der anschließenden Vergabe der Zertifikate viel bei uns allen die Belastung der letzten 2 Wochen buchstäblich ab. Abends wurde noch ein wenig zusammen gefeiert und am nächsten Tag hieß es zu unserem Bedauern, voneinander Abschied zu nehmen. Ich glaube, ich habe noch nie so oft die gleichen Leute umarmt. Ein paar Stunden später hatte uns Hamburg und der Alltag vorerst wieder.

Abschließend können wir nur nochmal Farid und allen anderen von Blue Water danken für die gute Betreuung, Ratschläge und Ausbildung. Man hatte nie den Eindruck, daß irgendwas improvisiert war. Simona hat übrigens dort nach dem IDC einen Job als Tauchlehrer bekommen! Steffen arbeitet mittlerweile auf den Seychellen (http://www.eco-center.com) und Matthias ist auch bei seiner Tauchschule als Tauchlehrer tätig (welche? Internet adresse)

Logbucheintrag, Ende; -)

*das mit dem militärischen Drill war allerdings nur ein interner Spaß. Wir hatten uns irgendwann angewöhnt auf Anweisungen mit einem gemeinsamen „Sir, yes Sir“ zu antworten.

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^ Pool Skill Abnahme von Theodore von PADI

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^ auf dem Weg zur praktischen Prüfung

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^ Vergabe der Zertifikate

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^ Rescue Übung 7 praktische Prüfung

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^ Bestanden!

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