Vor der Küste von Fehmarn liegt ein eher unbekannter, aber spannender Tauchplatz: das sogenannte Docktor-Wrack. Dabei handelt es sich nicht um ein klassisches Schiffswrack, sondern um die Überreste eines ehemaligen Hafenelements – eines großen Tores oder Konstruktionsteils eines Docks, das durch einen Unglücksfall in der Ostsee versunken ist.
Ein Wrack mit anderer Geschichte
Im Gegensatz zu vielen Wracks in der Ostsee, die Schiffe oder Kriegsrelikte sind, hat das Docktor eine industrielle Herkunft. Es erinnert eher an maritime Infrastruktur als an ein Fahrzeug. Genau das macht den Tauchgang besonders: Man bewegt sich nicht durch ein klassisches Wrack mit Bug, Deck und Laderäumen, sondern durch eine geometrische, technische Struktur am Meeresgrund.
Die genaue Geschichte des Untergangs ist bis heute nur teilweise dokumentiert. Klar ist jedoch: Das Bauteil wurde bei einem Vorfall beschädigt oder verloren und sank anschließend vor Fehmarn auf den Grund.
Der Tauchgang
Der Tauchplatz liegt in typischer Ostsee-Umgebung: kühles Wasser, je nach Jahreszeit eingeschränkte Sichtweiten und ein eher ruhiges, leicht trübes Licht. Genau diese Bedingungen verleihen dem Wrack aber auch seinen eigenen Charakter.
Beim Abtauchen taucht das Docktor langsam aus dem Blau-Grau der Ostsee auf. Zunächst erscheinen nur Konturen, dann werden Strukturen und Kanten sichtbar. Bewuchs durch Muscheln und kleine Organismen hat sich im Laufe der Jahre gebildet, sodass das Wrack inzwischen Teil des maritimen Ökosystems geworden ist.
Je nach Sicht kann die Orientierung am Wrack etwas anspruchsvoll sein, da es keine klassische Schiffsform gibt. Gerade deshalb ist es ein interessanter Tauchplatz für erfahrenere Taucher, die Spaß an Navigation und Exploration haben.
Unterwasserwelt
Auch wenn das Docktor kein typisches Riff ist, hat sich Leben angesiedelt. Kleine Fischschwärme, Krebse und typische Ostseebewohner nutzen die Struktur als Unterschlupf. Besonders in den ruhigeren Sommermonaten wirkt der Platz fast lebendig, wenn sich Fische zwischen den Metallstrukturen bewegen.
Fazit
Das Docktor-Wrack vor Fehmarn ist kein klassisches Wrackhighlight wie ein versunkenes Schiff – aber genau das macht es spannend. Es ist ein technischer, fast abstrakter Tauchplatz mit eigener Geschichte und besonderer Atmosphäre.
Für Taucher, die die Ostsee jenseits der bekannten Wracks erleben wollen, ist dieser Spot definitiv einen Tauchgang wert.
Dieses wurde nach einer Leckage am 21.12.2006 vor Fehmarn kontrolliert versenkt. Mittlerweile ist es durch das Eigengewicht leicht im kreidigen Boden eingesunken.
Insgesamt ist es ca 100 Meter lang und hat eine Breite: von 7 Metern und eine Höhe von ca 13 Metern.
Nach knapp 15 Jahren hat sich die Natur das Wrack einverleibt und es ist sehr stark bewachsen und natürlich haben sich einige Tiere dort angesiedelt wie zum Beispiel: Seeanemonen, Seescheiden, Miesmuscheln, Krebse, Klippenbarsche, Dorsche und einige mehr!
Als Schwierigkeitslevel würde ich es als leicht bis mittel (je nach Strömung) ansiedeln, Fotos kann man dort hervorragend machen, erst Recht, weil man hervorragend mit dem Licht spielen kann.
Definitiv ein paar Tauchgänge wert, alleine schon wegen der Größe!


