Kingo Wakasa, der Mann, der in die Geschichte hinabtaucht

English version is way down below 😉


Zu Besuch bei Kingo Wakasa, einem der außergewöhnlichsten WWII-Wracktaucher.

Das vielleicht Bemerkenswerteste an Kingo ist gar nicht das, was er unter Wasser geleistet hat. Es ist die Tatsache, dass man davon zunächst überhaupt nichts merkt. Er ist zurückhaltend, unglaublich freundlich, hilfsbereit und hat jederzeit einen lockeren Spruch auf den Lippen. Wir saßen nach dem Tauchen noch gemeinsam beim Essen und haben lange miteinander gesprochen. Es fühlte sich nicht an, als würde man gerade mit jemandem zusammensitzen, der zu den erfahrensten WWII-Wracktaucher weltweit gehört. Es fühlte sich einfach an, als würde man mit einem verdammt netten Kerl essen gehen, der zufällig eine ziemlich unglaubliche Geschichte zu erzählen hat.


Es gibt viele Gründe, warum Menschen tauchen.

Manche faszinieren Korallenriffe und bunte Fische. Andere gehen ins Wasser, um Haie, Schildkröten, Rochen oder winzige Lebewesen zu beobachten, an denen die meisten Taucher einfach vorbeischwimmen würden. Manche genießen schlicht das Gefühl der Schwerelosigkeit unter Wasser.

Und dann gibt es Taucher, die aus einem ganz anderen Grund abtauchen.

Sie suchen nach Geschichte.

Während meines Aufenthalts auf Okinawa hatte ich die Gelegenheit, einen dieser Taucher kennenzulernen: Kingo Wakasa.

Auf den ersten Blick war es eine ganz normale Begegnung. Kingo war ausgesprochen freundlich und unkompliziert, und natürlich drehten sich unsere Gespräche – wie so oft unter Tauchern – um das Tauchen, Okinawa und die verschiedenen Plätze, an denen wir bereits unterwegs gewesen waren.

Erst später wurde mir bewusst, wen ich da eigentlich kennengelernt hatte.

Kingo beschäftigt sich intensiv mit Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg. Und zwar nicht nur mit einem bestimmten Wrack, einer bestimmten Region oder einem bestimmten Schiffstyp. Seine Tauchgänge haben ihn zu WWII-Wracks auf der ganzen Welt geführt. Er erforscht Schiffe und Flugzeuge, die seit dem Zweiten Weltkrieg unter Wasser liegen und deren Geschichten bis heute nicht vollständig erzählt sind.

Für Taucher, die sich für Militärgeschichte und technisches Wracktauchen interessieren, ist das eine völlig andere Welt.

Und als ich mehr über Kingo erfahren hatte, war mein erster Gedanke:

Den Mann musst du interviewen.

Leider hatte Okinawa andere Pläne.

Zwischen meinen eigenen Tauchgängen, den Fahrten über die Insel und all den anderen Dingen, die während einer solchen Reise passieren, fanden wir nie wirklich die Zeit, uns in Ruhe für ein Interview zusammenzusetzen. Ich sprach ihn darauf an, doch Kingo war zurückhaltend, was ein Interview auf Englisch anging.

Stattdessen schickte er mir einen Link.

Zu einer Dokumentation von Channel NewsAsia.

Die knapp 23-minütige Folge der Serie Hobsessions begleitet Kingo und gibt Einblicke in sein Leben als WWII-Wracktaucher. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Entdeckung eines japanischen Kamikaze-Flugzeugwracks vor Okinawa.

Und plötzlich hatte ich die Möglichkeit, den Menschen, den ich auf Okinawa getroffen hatte, noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.

Tauchen dort, wo Geschichte stehen geblieben ist

Ein Wrack aus dem Zweiten Weltkrieg ist nicht einfach nur ein Wrack.

Für einen Sporttaucher kann ein Schiffswrack faszinierend sein, weil es groß ist, weil sich dort ungewöhnliche Meeresbewohner angesiedelt haben oder weil das Erkunden eines künstlichen Riffs einfach Spaß macht.

Doch WWII-Wracks besitzen eine weitere Dimension.

Jedes Stück verbogenes Metall gehörte einmal zu etwas, das Teil einer viel größeren Geschichte war.

Ein Schiff, das Soldaten transportierte.

Ein Flugzeug, das über den Pazifik flog.

Ein Landungsboot, das Menschen und Material an die Küste brachte.

Eine Maschine, die möglicherweise nur wenige Tage oder Wochen vor ihrem Untergang noch im Einsatz war.

Heute wachsen Korallen auf diesen Überresten. Fische schwimmen durch die ehemaligen Innenräume. Strömungen bewegen Sand über die Strukturen. Metall zerfällt langsam.

Doch die Geschichte bleibt.

Für jemanden wie Kingo ist ein Wrack deshalb nicht einfach ein Gegenstand.

Es ist ein Stück Geschichte – und gleichzeitig ein Stück Beweismaterial.

Okinawa – ein Schlachtfeld unter Wasser

Okinawa ist ein außergewöhnlicher Ort, um dieser Geschichte zu begegnen.

Die Schlacht um Okinawa 1945 war eine der blutigsten Auseinandersetzungen des Pazifikkrieges. Unzählige Soldaten, Schiffe und Flugzeuge waren daran beteiligt. Auch die japanischen Kamikaze-Angriffe spielten während der Schlacht eine bedeutende Rolle.

Die Gewässer rund um Okinawa sind deshalb bis heute von den Spuren dieser Zeit geprägt.

Für die meisten Besucher ist diese Geschichte allerdings unsichtbar.

Sie sehen türkisfarbenes Wasser, Strände, Korallenriffe und tropische Fische.

Ein Taucher, der auf ein WWII-Wrack hinuntergeht, sieht etwas anderes.

Er sieht das, was von 1945 übrig geblieben ist.

Die Entdeckung eines Kamikaze-Flugzeugs

Eine der zentralen Geschichten in der CNA-Dokumentation ist Kingos Entdeckung eines japanischen Kamikaze-Flugzeugwracks vor Okinawa. Schon der Titel der Dokumentation verweist darauf: I Discovered The WWII Kamikaze Plane Wreck In Okinawa: Life Of A Wreck Diver.

Dabei ist ein wichtiger Unterschied zu beachten.

Ein Wrack zu finden bedeutet nicht zwangsläufig, einfach nur zu wissen, wo irgendwo ein altes Objekt auf dem Meeresboden liegt.

Viele Wracks müssen zunächst recherchiert, lokalisiert, untersucht und identifiziert werden.

Historische Dokumente können Hinweise liefern. Berichte aus der Kriegszeit, lokale Überlieferungen, frühere Beobachtungen oder andere Unterwasserfunde können bei der Suche helfen.

Und wenn man schließlich etwas findet, beginnt die eigentliche Arbeit erst.

Ein Flugzeug, das seit ungefähr acht Jahrzehnten unter Wasser liegt, lässt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick identifizieren.

Korrosion hat das Material verändert. Strukturen können zerbrochen oder vollständig verschwunden sein. Sediment kann wichtige Teile bedecken. Andere Teile können über die Jahrzehnte von Strömungen bewegt worden sein.

Je tiefer und technisch anspruchsvoller der Tauchplatz ist, desto schwieriger wird die Untersuchung.

Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem normalen Wracktauchgang und ernsthafter Wrackforschung.

Die technische Seite des WWII-Wracktauchsports

Wracktauchen wird gerne romantisiert.

Fotos von Tauchern, die durch riesige Stahlstrukturen schwimmen, sehen spektakulär aus. Von außen betrachtet wirkt es wie eine Mischung aus Abenteuer, Unterwasserarchäologie und Entdeckungstour.

In Wirklichkeit erfordert ernsthafte Wrackforschung jedoch enorme Vorbereitung.

Tiefe, Dekompression, Gasmanagement, Navigation, Sichtweite, Strömungen, Overhead-Umgebungen und der Zustand des Wracks spielen eine entscheidende Rolle.

Und dann gibt es noch ein Problem, das man leicht vergisst:

Das Wrack selbst zerfällt.

Eine Struktur, die einen Krieg überstanden hat, muss nicht zwangsläufig noch ein weiteres Jahrhundert unter Wasser überstehen.

Stahl korrodiert. Räume stürzen ein. Sedimente verändern sich. Ehemals sichere Wege können instabil werden.

Ein Wracktaucher muss deshalb nicht nur das Tauchen beherrschen.

Er muss auch verstehen, wie sich ein Wrack unter Wasser verändert.

Genau deshalb nehmen Spezialisten wie Kingo innerhalb der internationalen Wracktaucher-Szene eine besondere Stellung ein.

Sie sind Taucher.

Aber gleichzeitig auch Forscher, Entdecker, Historiker und – zumindest teilweise – Ermittler.

Nicht nur Schiffe

Wenn man „WWII-Wracktauchen“ hört, denkt man vermutlich zunächst an große Kriegsschiffe.

Und davon gibt es natürlich zahlreiche.

Doch Kingos Welt ist größer.

Auch Flugzeugwracks spielen eine wichtige Rolle.

Sie sind häufig wesentlich kleiner als ein Schiff, können deutlich schwieriger zu lokalisieren sein und sind nach Jahrzehnten unter Wasser nicht immer leicht zu identifizieren.

Ein Schiffswrack kann eine komplette Landschaft am Meeresboden dominieren.

Ein Flugzeug kann dagegen praktisch darin verschwinden.

Genau das macht die Entdeckung eines Flugzeugwracks so faszinierend.

Ein Stück Aluminium.

Ein Motorenteil.

Ein Teil einer Tragfläche.

Ein Propeller.

Ein Fragment des Cockpits.

Plötzlich beginnen einzelne Teile, wieder ein Bild zu ergeben.

Das Bild eines Flugzeugs, das einmal über dem Pazifik geflogen ist.

Und hinter dieser Maschine stand ein Mensch.

Damit wird die Geschichte persönlich.

Motorblock eines Kamikaze Fliegers

Die menschliche Seite

Das ist wahrscheinlich der schwierigste Aspekt beim Tauchen an WWII-Wracks.

Es ist sehr leicht, sich für die Technik zu begeistern.

Für die Flugzeuge.

Die Motoren.

Die Schiffe.

Die Maschinen.

Die Bewaffnung.

Wasserbomben der USS Emmons

Doch all diese Dinge wurden von Menschen benutzt.

Die Männer, die diese Flugzeuge flogen oder auf diesen Schiffen dienten, hatten Familien, Freunde und ein Leben, bevor der Krieg dieses Leben veränderte oder beendete.

Ein WWII-Wrack ist deshalb nicht einfach eine Unterwasserattraktion.

Es ist ein Ort, der mit realen menschlichen Schicksalen verbunden ist.

Und genau deshalb sollte man solchen Wracks mit Respekt begegnen.

Für mich ist das einer der Aspekte, die Kingos Arbeit besonders interessant machen.

Natürlich muss es unglaublich sein, etwas zu finden, das seit Jahrzehnten verloren war.

Doch mit der Entdeckung kommt auch eine Verantwortung.

Eine völlig andere Art zu tauchen

Ich selbst habe während meiner Reise viel auf Okinawa getaucht.

Und der Kontrast könnte kaum größer sein.

Auf einem Tauchgang sucht man vielleicht nach einem winzigen Pygmäen-Seepferdchen.

Auf dem nächsten beobachtet man eine Schildkröte im klaren tropischen Wasser.

Man fotografiert Korallen, Rifffische oder eine Nacktschnecke, die nur wenige Millimeter groß ist.

Und dann gibt es diese andere Seite Okinawas.

Die Seite, auf der man in die Vergangenheit hinabtaucht.

Das Wasser sieht vielleicht genauso aus.

Die Temperatur ist dieselbe.

Die Sichtweite kann hervorragend sein.

Aber plötzlich liegt dort unten etwas, das Teil eines Krieges war, der vor mehr als achtzig Jahren endete.

Das verändert die Atmosphäre eines Tauchgangs vollkommen.

Meine Begegnung mit Kingo

Was ich an meiner Begegnung mit Kingo besonders interessant fand, war, dass man ihm all das zunächst überhaupt nicht ansieht.

Er war freundlich, entspannt und vollkommen unkompliziert.

Es gab keinerlei Auftreten nach dem Motto: „Ich bin hier der große Wracktaucher.“

Und genau das hat mir gefallen.

In der Tauchszene gibt es natürlich Menschen mit beeindruckenden Zertifikaten, extremen Tiefen und spektakulären Geschichten.

Kingo hat jedoch eine andere Art von Reputation.

Seine Erfahrung spricht für sich.

Er ist jemand, an den sich andere erfahrene Taucher wenden können, wenn sie Informationen über schwierige oder ungewöhnliche WWII-Wracks benötigen.

Das ist eine ganz andere Form von Anerkennung.

Es geht nicht unbedingt darum, wer am tiefsten taucht.

Es geht darum, zu wissen, wo man suchen muss, zu verstehen, was man gefunden hat, und genügend Erfahrung zu besitzen, um es richtig zu untersuchen.

Wenn ein Taucher zum Historiker wird

Ich finde es faszinierend, wie Taucher mit Geschichte umgehen.

Historiker arbeiten häufig mit Dokumenten.

Museen mit Artefakten.

Archäologen mit physischen Überresten.

Ein Wracktaucher kann manchmal mit allen drei Dingen gleichzeitig arbeiten.

Ein Tauchgang kann mit einer historischen Frage beginnen:

Wo ist dieses Flugzeug abgestürzt?

Daraus entsteht Recherche.

Dann beginnt die Suche.

Dann kommt der Tauchgang.

Und vielleicht schließlich die Entdeckung.

Das Objekt am Meeresboden kann anschließend neue Informationen über ein historisches Ereignis liefern.

In diesem Sinne kann ein Wracktaucher Teil eines Prozesses werden, in dem Geschichte wieder sichtbar gemacht wird.

Nicht, um sie neu zu schreiben.

Nicht, um sie zu verändern.

Sondern um sie wieder sichtbar zu machen.

Acht Jahrzehnte unter Wasser

Es ist schwer, die Zeitspanne wirklich zu begreifen, wenn man ein Objekt aus dem Zweiten Weltkrieg vor sich sieht.

Der Krieg endete 1945.

Viele der Wracks, die Kingo erforscht, liegen also seit rund acht Jahrzehnten unter Wasser.

Das ist länger, als manche Menschen überhaupt leben.

Und trotzdem sind diese Wracks noch da.

Zumindest noch teilweise.

Denn gleichzeitig läuft die Zeit gegen sie.

Jedes Jahr schreitet die Korrosion weiter voran.

Strukturen brechen zusammen.

Details verschwinden.

Was heute noch eindeutig zu erkennen ist, kann in einigen Jahrzehnten bereits völlig anders aussehen.

Manche Wracks werden irgendwann kaum noch als solche erkennbar sein.

Das verleiht der Arbeit von Menschen wie Kingo eine zusätzliche Bedeutung.

Die Dokumentation eines Wracks heute kann Informationen bewahren, die in Zukunft unwiederbringlich verloren sein könnten.

Okinawa unter der Oberfläche

Genau deshalb halte ich Okinawa für ein so außergewöhnliches Tauchgebiet.

Die Insel wird häufig über ihre spektakulären Korallenriffe und ihre tropische Unterwasserwelt beschrieben.

Und das völlig zu Recht.

Aber es gibt noch ein anderes Okinawa.

Ein Okinawa, das vom Krieg geprägt wurde.

Ein Okinawa, in dessen Gewässer Flugzeuge, Schiffe und militärisches Gerät Teil des Meeresbodens geworden sind.

Ein Okinawa, in dem die Ereignisse von 1945 noch heute von Tauchern entdeckt werden können.

Für Menschen, die sich für Militärgeschichte interessieren, verleiht das der Insel eine weitere Dimension.

Man muss nicht unbedingt ein Museum besuchen, um Geschichte zu erleben.

Manchmal reicht es, seine Tauchausrüstung anzulegen.

Warum Menschen von Wracks besessen werden

Die CNA-Dokumentation gehört zur Serie Hobsessions, die Menschen porträtiert, deren Leben von einer besonderen Leidenschaft geprägt ist. Bei Kingo ist diese Leidenschaft das Tauchen an WWII-Wracks.

Und „Besessenheit“ ist wahrscheinlich tatsächlich kein völlig falsches Wort.

Denn ernsthafte Wrackforschung erfordert enorme Hingabe.

Recherche vor dem Tauchgang.

Planung.

Training.

Technische Ausrüstung.

Logistik.

Reisen.

Geduld.

Man kann Wochen, Monate oder sogar Jahre damit verbringen, nach einem bestimmten Wrack zu suchen.

Und dann findet man es vielleicht endlich.

Der eigentliche Moment der Entdeckung kann nur wenige Sekunden dauern.

Eine Form taucht aus der Dunkelheit auf.

Etwas, das dort eigentlich nicht sein sollte.

Ein Stück Maschine.

Eine Tragfläche.

Ein Rumpf.

Ein Propeller.

Und plötzlich weiß man:

Das ist es.

Ich kann mir kaum vorstellen, wie sich dieser Moment anfühlen muss.

Meine Begegnung mit einem außergewöhnlichen Taucher

Für mich ist die Geschichte letztlich eine sehr persönliche.

Ich bin nach Okinawa gefahren, um zu tauchen.

Ich wollte Riffe sehen, Wracks erkunden, Schildkröten und Rochen beobachten und möglichst viel von der Unterwasserwelt der Ryūkyū-Inseln erleben.

Ich hatte allerdings nicht damit gerechnet, jemanden kennenzulernen, dessen Taucherleben so eng mit der Unterwasser-Geschichte des Zweiten Weltkriegs verbunden ist.

Und genau das ist für mich einer der schönsten Aspekte des Reisens zum Tauchen.

Man weiß nie, wen man trifft.

Ein Tauchguide kann jahrzehntelange Erfahrung an einem bestimmten Ort haben.

Ein Taucher auf dem Boot kann eine Geschichte erzählen, die interessanter ist als alles, was im Reiseführer steht.

Und manchmal trifft man jemanden, der einem plötzlich bewusst macht, dass der Ort, an dem man gerade Urlaub macht, eine zweite Geschichte unter der Wasseroberfläche besitzt.

Kingo war für mich einer dieser Menschen.

Die Geschichte liegt noch immer dort unten

Es hat etwas Demütiges, an einem WWII-Wrack zu tauchen.

Man steigt ab.

Der Lärm der Oberfläche verschwindet.

Die Welt wird stiller.

Und langsam taucht aus dem Blau etwas auf.

Ein Stück Geschichte.

Vielleicht ein Schiff.

Vielleicht ein Flugzeug.

Vielleicht nur ein Fragment.

Aber es hat überlebt.

Seit 1945 (oder sogar länger) liegt es dort unten.

Und jetzt schaut für einen kurzen Moment wieder ein Mensch darauf.

Genau das macht WWII-Wracktauchen für mich zu so viel mehr als einer weiteren Form des technischen Tauchens.

Es ist Erkundung.

Es ist Geschichte.

Es ist teilweise Archäologie.

Und vor allem ist es Erinnerung.

Meine Begegnung mit Kingo Wakasa auf Okinawa hat mir einen kleinen Einblick in diese Welt gegeben.

Ich hätte mich gerne ausführlich mit ihm zusammengesetzt und ein persönliches Interview geführt. Stattdessen verwies er mich auf die Dokumentation von Channel NewsAsia, die einen großen Teil seiner Geschichte erzählt.

Vielleicht war das am Ende sogar passend.

Denn manche Geschichten sind schlicht zu groß für ein kurzes Gespräch zwischen zwei Tauchgängen.

Und Kingos Geschichte gehört für mich definitiv dazu.

Die Dokumentation

Channel NewsAsia porträtiert Kingo Wakasa in der rund 23-minütigen Folge der Reihe Hobsessions:

„I Discovered The WWII Kamikaze Plane Wreck In Okinawa: Life Of A Wreck Diver“

Die Dokumentation wurde am 7. Dezember 2025 veröffentlicht und beschäftigt sich mit Kingos Leben als WWII-Wracktaucher sowie mit der Entdeckung eines japanischen Kamikaze-Flugzeugwracks in Okinawa.

Die vollständige Dokumentation bei Channel NewsAsia ansehen

The Man Who Dives Into History

Meeting Kingo Wakasa, one of WWII wreck divers

Introduction

Perhaps the most remarkable thing about Kingo isn’t what he has accomplished underwater. It’s the fact that, at first, you would never know any of it.

He is quiet, incredibly friendly, helpful, and always seems to have a relaxed joke ready. After diving, we sat down for a meal together and spent quite a while talking. It never felt like I was sitting across from someone who is among the most experienced WWII wreck divers in the world.

It simply felt like having dinner with a really cool, down-to-earth guy who just happens to have one hell of a story to tell.

There are many reasons why people go diving.

Some are fascinated by coral reefs and colourful fish. Others are looking for sharks, turtles, rays or tiny creatures that most divers would swim straight past. Some simply enjoy the feeling of being weightless underwater.

And then there are divers who descend for a completely different reason.

They go looking for history.

During my stay in Okinawa, I had the opportunity to meet one of those divers: Kingo Wakasa.

At first, there was nothing particularly spectacular about the encounter. Kingo was an extremely friendly and approachable guy, and our meeting was very much like many conversations between divers: talking about diving, Okinawa and the places we had been exploring.

Only later did I realise just how unusual the person I had been talking to actually was.

Kingo is deeply involved in the exploration of World War II wrecks. His interest is not limited to one particular wreck, one particular country or even one particular type of vessel. His diving has taken him to WWII wreck sites around the world, following the remains of ships and aircraft that have been lying underwater since one of the most devastating conflicts in human history.

For divers interested in military history and technical wreck diving, this is an entirely different world.

And when I learned more about what Kingo does, I immediately thought: I need to interview this guy.

Unfortunately, Okinawa had other plans.

Between diving, travelling around the island and everything else happening during my trip, we never really found the time to sit down and conduct a proper interview. I mentioned the idea to him, but Kingo was hesitant about doing an interview in English.

Then he sent me something instead.

A link to a documentary by Channel NewsAsia.

The 23-minute episode of CNA’s Hobsessions series follows Kingo and his life as a WWII wreck diver, including his involvement in the discovery of a WWII kamikaze aircraft wreck in Okinawa. (CNA)

And suddenly, I had a much better opportunity to understand the man I had met.

Diving where history stopped

A WWII wreck is not simply another wreck.

For a recreational diver, a shipwreck can be fascinating because of its size, its structure, its marine life or the feeling of exploring something that has been hidden beneath the surface for decades.

But WWII wrecks carry another dimension.

Every piece of twisted metal once belonged to something that was part of a much larger story.

A ship that carried soldiers.

An aircraft that once flew above the Pacific.

A landing craft that transported men and equipment.

A machine that may have been involved in a battle only days before it disappeared beneath the sea.

Today, these objects are slowly becoming part of the underwater environment. Coral grows over them. Fish move through them. Currents carry sand across them. Metal corrodes and structures collapse.

Yet the history remains.

For someone like Kingo, the wreck is not simply an object.

It is a piece of evidence.

Okinawa: an underwater battlefield

Okinawa is an extraordinary place to encounter this kind of history.

The Battle of Okinawa in 1945 was one of the bloodiest campaigns of the Pacific War. The fighting involved enormous numbers of troops, ships and aircraft, and Japanese kamikaze attacks played a particularly significant role during the battle.

The waters around Okinawa consequently contain an underwater archaeological landscape connected directly to that history.

The National WWII Museum describes the kamikaze attacks during the Okinawa campaign as having inflicted a heavy toll on American naval forces. (National WWII Museum)

For most visitors to Okinawa, however, that history is largely invisible.

They see turquoise water, coral reefs and beaches.

A diver descending onto a WWII wreck sees something else.

He sees what remains of 1945.

Finding a kamikaze aircraft

One of the central stories in CNA’s documentary is Kingo’s discovery of a WWII kamikaze aircraft wreck in Okinawa. The documentary itself is specifically titled around this discovery: I Discovered The WWII Kamikaze Plane Wreck In Okinawa: Life Of A Wreck Diver. (CNA)

That distinction is important.

Finding a wreck is not necessarily the same thing as simply knowing where an old object lies.

In many cases, wreck sites have to be researched, located, investigated and identified. Information can come from historical documents, wartime records, local knowledge, previous reports, underwater observations or clues found during other dives.

And once something has been located, the work is far from over.

A wreck sitting underwater for approximately eight decades is not necessarily easy to identify.

It has been exposed to corrosion, storms, currents and biological growth. Parts may have broken away or disappeared completely. Sediment can cover important features.

The deeper or more technically demanding the site, the more difficult the investigation becomes.

This is where the difference between ordinary wreck diving and serious wreck exploration becomes very clear.

The technical side of WWII wreck diving

There is a tendency to romanticise wreck diving.

Pictures of divers swimming through enormous steel structures look spectacular. From the outside, it can appear almost like underwater archaeology mixed with adventure.

But serious wreck exploration requires an enormous amount of preparation.

Depth, decompression, gas management, navigation, visibility, currents, overhead environments and the physical condition of the wreck all become important factors.

And there is another problem that is easy to forget:

The wreck itself is deteriorating.

A structure that survived a war may not necessarily survive another century underwater.

Steel corrodes. Compartments collapse. Penetration routes change. Sediment moves. Objects that were once stable can become unstable.

A wreck diver therefore has to understand not only diving but also the environment in which the wreck exists.

That is one reason why the people who specialise in these dives occupy such an unusual position within the diving community.

They are divers.

But they are also researchers, explorers, historians and, sometimes, investigators.

More than just ships

When people hear “WWII wreck diving”, they often think about large warships.

And there are plenty of those.

But Kingo’s world is broader.

Aircraft can be particularly fascinating because they are comparatively small, often much harder to locate and can be difficult to identify after decades underwater.

A shipwreck can dominate a seabed.

An aircraft can disappear into the landscape.

That makes the discovery of an aircraft wreck especially intriguing.

A piece of aluminium here.

An engine component there.

A section of wing.

A propeller.

A cockpit component.

Suddenly, scattered pieces begin to form a picture of an aircraft that once existed above the water.

And somewhere behind that machine was a human being.

That is where the history becomes personal.

The human dimension

This is perhaps the most difficult aspect of WWII wreck diving.

It is very easy to become fascinated by the technology.

The aircraft.

The engines.

The weapons.

The ships.

The machinery.

But these were not simply machines.

They were used by people.

The men who flew the aircraft and sailed the ships had families, friends and lives before the war ended them.

When a diver visits a WWII wreck, they are therefore entering a place connected to real human stories.

That demands a certain amount of respect.

A wreck should not simply be treated as an underwater playground.

For me, this is one of the things that makes Kingo’s work particularly interesting.

The attraction is obviously the exploration. Finding something that has been lost for decades must be an incredible experience for any diver.

But there is also a responsibility attached to finding it.

A very different kind of diving

I have spent a lot of time diving in Okinawa myself, and the contrast is striking.

On one dive, you might be looking for a tiny pygmy seahorse.

On another, you are watching a turtle move through clear tropical water.

You might spend the entire dive photographing coral, reef fish or a nudibranch that is only a few millimetres long.

And then there is another side of Okinawa.

The side where you descend into the past.

The water may look exactly the same.

The temperature may be the same.

The visibility may be perfect.

But suddenly you are looking at something that was part of a war that ended more than eighty years ago.

That changes the entire atmosphere of a dive.

Meeting Kingo

What I found particularly interesting about meeting Kingo was that none of this was immediately obvious.

He was friendly, relaxed and easy to talk to.

There was no sense of meeting someone who considered himself some kind of underwater celebrity.

That is probably one of the things I liked most about him.

The diving world has its share of people with impressive qualifications, impressive depths and impressive stories.

Kingo’s experience, however, speaks for itself.

He has built a life around exploring WWII wrecks, and his experience has made him someone other divers can turn to when they need information about difficult or unusual WWII wreck sites.

That is a very different kind of reputation.

It is not necessarily about being the person who goes deepest.

It is about knowing where to look, understanding what you are looking at and having the experience to investigate it properly.

When a diver becomes a historian

There is something fascinating about the way divers interact with history.

Historians normally work with documents.

Museums work with artefacts.

Archaeologists work with physical remains.

Wreck divers sometimes get to do all three things at once.

A dive can begin with a historical question:

Where did this aircraft go down?

That leads to research.

Then comes the search.

Then the dive.

And finally, perhaps, a discovery.

The object found underwater can then provide new information about the historical event.

In that sense, a wreck diver can become part of the process of recovering history.

Not rewriting it.

Not changing it.

But making it visible again.

Eighty years underwater

The passage of time is difficult to comprehend when you are looking at an object from World War II.

The war ended in 1945.

That means that many of the wrecks Kingo explores have now spent roughly eight decades underwater.

There are divers alive today who have grandparents who were born before the war.

Yet the wrecks remain.

They are slowly disappearing, but they are still there.

And that creates an interesting race against time.

Every year, more corrosion takes place.

More structures collapse.

More historical details disappear.

Some wrecks will eventually become almost unrecognisable.

For divers like Kingo, documenting them today therefore has a value that goes beyond the excitement of exploration.

What exists today may not exist in another fifty years.

Okinawa beneath the surface

This is one of the reasons I think Okinawa is such an extraordinary diving destination.

The island is often presented through its spectacular reefs and tropical marine life.

And rightly so.

But there is another Okinawa beneath the surface.

An Okinawa shaped by war.

An Okinawa where aircraft, ships and military equipment became part of the seabed.

An Okinawa where the consequences of 1945 can still be encountered by divers today.

For someone interested in military history, this adds another dimension to the island.

You don’t have to visit a museum to encounter history.

Sometimes you only need to put on your dive gear.

Why people become obsessed with wrecks

The CNA documentary is part of Hobsessions, a series built around people whose lives have been shaped by a particular passion. In Kingo’s case, that passion is WWII wreck diving. (CNA)

And “obsession” is probably not an entirely inappropriate word.

Because serious wreck exploration requires commitment.

It requires research before the dive.

Preparation.

Training.

Equipment.

Logistics.

Travel.

Technical skills.

And sometimes enormous amounts of patience.

You can spend weeks, months or even years looking for something.

Then you finally find it.

And after all that preparation, the actual moment of discovery may last only a few seconds.

A shape appears in the darkness.

Something that shouldn’t be there.

A piece of machinery.

A wing.

A hull.

A propeller.

And suddenly you realise:

This is it.

That must be an extraordinary feeling.

My Okinawa encounter

For me, the story is ultimately much more personal.

I went to Okinawa to dive.

I expected to see reefs, wrecks, turtles, rays and all the other things that make the region such an attractive destination for divers.

I did not expect to meet someone whose diving life was so closely connected to the underwater history of World War II.

And that is one of the things I have come to appreciate about travelling for diving.

You never really know who you are going to meet.

A dive guide can turn out to have spent decades exploring one particular corner of the ocean.

A diver on the boat can have a story that is more interesting than anything in the guidebook.

And sometimes you meet someone who makes you realise that the place you are visiting has an entire second story beneath the surface.

Kingo was one of those people.

The history is still down there

There is something strangely humbling about diving a WWII wreck.

You descend through the water column.

The noise of the surface disappears.

The world becomes quieter.

And then, slowly, something emerges from the blue.

A piece of history.

It may be a ship.

It may be an aircraft.

It may be nothing more than a fragment.

But it has survived.

It has been underwater since 1945.

And now, for a brief moment, a diver is looking at it again.

That is what makes WWII wreck diving so much more than simply another form of technical diving.

It is exploration.

It is archaeology.

It is history.

And, perhaps most importantly, it is remembrance.

Meeting Kingo Wakasa in Okinawa gave me a glimpse into that world.

I would have loved to sit down with him and conduct a proper interview. Instead, he pointed me towards the CNA documentary that tells much of his story.

In a way, that turned out to be fitting.

Because some stories are simply too big for a short conversation between two dives.

And Kingo’s story is one of them.

Watch the documentary

Channel NewsAsia’s Hobsessions episode “I Discovered The WWII Kamikaze Plane Wreck In Okinawa: Life Of A Wreck Diver” runs for approximately 23 minutes and was published on 7 December 2025. It follows Kingo and his life as a WWII wreck diver, including the discovery of the kamikaze aircraft wreck in Okinawa. (CNA)

Watch the full CNA documentary

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