Wenn von Tauchunfällen gesprochen wird, denken die meisten an Dekompressionskrankheit, Barotrauma oder Strömung. Dabei lauert eine oft unterschätzte Gefahr bereits vor dem Sprung ins Wasser: die Hyperthermie.
Gerade im Sommer verbringen Taucher viel Zeit auf Booten, an sonnigen Einstiegsstellen oder in voller Ausrüstung an Land. Die Kombination aus hohen Außentemperaturen, direkter Sonneneinstrahlung und einem dicken Neoprenanzug kann den Körper innerhalb kurzer Zeit an seine Belastungsgrenze bringen.
Was ist eine Hyperthermie?
Bei einer Hyperthermie steigt die Körperkerntemperatur unkontrolliert an. Anders als bei Fieber versucht der Körper nicht bewusst, seine Temperatur zu erhöhen – vielmehr versagt die körpereigene Kühlung. Kann die überschüssige Wärme nicht mehr abgegeben werden, drohen Kreislaufversagen, Organ- und Hirnschäden. Eine schwere Hyperthermie ist ein medizinischer Notfall.

Warum Taucher besonders gefährdet sind
Viele Taucher konzentrieren sich auf den eigentlichen Tauchgang. Dabei findet die größte Hitzebelastung häufig vor dem Einstieg statt.
Typische Situationen sind:
- Warten in der prallen Sonne auf dem Tauchboot.
- Das Tragen eines 5- oder 7-mm-Neoprenanzugs bei über 30 °C.
- Lange Wege zum Einstieg in kompletter Ausrüstung.
- Mehrere Tauchgänge an einem heißen Tag.
Der Neoprenanzug isoliert hervorragend – genau das ist unter Wasser gewünscht. An Land verhindert er jedoch, dass der Körper überschüssige Wärme effektiv abgeben kann.
Neopren erst so spät wie möglich anziehen
Ein häufiger Fehler besteht darin, den Anzug bereits lange vor dem Briefing oder vor der Ausfahrt komplett anzuziehen.
Das gilt nicht nur für Nassanzüge, sondern ausdrücklich auch für Trockentauchanzüge. Obwohl ein Trockentauchanzug unter Wasser vor Auskühlung schützt, kann er an Land in Kombination mit Unterziehern und fehlender Luftzirkulation zu einem erheblichen Wärmestau führen. Viele Taucher unterschätzen, wie schnell die Körperkerntemperatur bereits während des Briefings, beim Aufrödeln oder beim Warten an Deck ansteigen kann, wenn sie vollständig im Trockentauchsystem stehen – insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung und hoher Luftfeuchtigkeit.
Besser ist es, den Neoprenanzug erst kurz vor dem Einstieg anzulegen. Wer bereits früher Teile der Ausrüstung vorbereiten möchte, kann den Anzug zunächst bis zur Hüfte tragen und den Oberkörper erst unmittelbar vor dem Tauchgang hineinziehen.
Jede Minute weniger im vollständig geschlossenen Anzug reduziert die Hitzebelastung.
Ausreichend trinken – auch wenn man keinen Durst hat
Bereits leichtes Schwitzen führt zu einem Flüssigkeitsverlust. Viele Taucher trinken trotzdem zu wenig.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, weil sie:
- den Kreislauf stabilisiert,
- die Temperaturregulation unterstützt,
- die körperliche Leistungsfähigkeit erhält und
- gleichzeitig das Risiko einer Dehydrierung reduziert, die auch im Zusammenhang mit der Dekompressionsbelastung eine Rolle spielen kann.
Ideal sind Wasser oder elektrolythaltige Getränke. Alkohol sollte vor dem Tauchen selbstverständlich tabu sein.
Schatten ist dein bester Buddy
Gerade zwischen den Tauchgängen lohnt es sich, konsequent den Schatten aufzusuchen.
Nutze Sonnensegel auf dem Boot, Aufenthaltsräume oder natürliche Schattenplätze und lege die Ausrüstung möglichst erst kurz vor dem nächsten Tauchgang vollständig an.
Auch eine Kopfbedeckung und leichte Kleidung zwischen den Tauchgängen helfen, die Körpertemperatur niedrig zu halten.
Behalte nicht nur dich selbst im Blick
Beim Tauchen achten wir auf unseren Buddy unter Wasser – das sollte auch an Land selbstverständlich sein.
Achte auf Warnzeichen bei deinen Tauchpartnern:
- ungewöhnlich starkes Schwitzen oder plötzlich trockene, heiße Haut,
- starke Müdigkeit,
- Schwindel,
- Kopfschmerzen,
- Übelkeit,
- Konzentrationsprobleme,
- Verwirrtheit oder ungewöhnliches Verhalten.
Gerade Verwirrtheit wird häufig als Erschöpfung fehlinterpretiert. Dabei kann sie bereits auf eine schwere Überhitzung hindeuten.
Erste Hilfe
Besteht der Verdacht auf eine Hyperthermie:
- Betroffene sofort aus der Sonne bringen.
- Ausrüstung und Neoprenanzug entfernen oder öffnen.
- Mit Wasser und Luftbewegung kühlen.
- Ist die Person wach, kleine Mengen trinken lassen.
- Bei Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit sofort den Rettungsdienst alarmieren.
Fazit
Ein guter Tauchtag beginnt nicht erst unter Wasser. Wer ausreichend trinkt, den Schatten nutzt, den Neoprenanzug erst kurz vor dem Einstieg anzieht und auch seine Tauchpartner im Blick behält, reduziert das Risiko einer Hyperthermie erheblich.
Gerade erfahrene Taucher und Tauchprofis können hier mit gutem Beispiel vorangehen – denn Sicherheit beginnt bereits an Land.
Ein guter Tauchtag beginnt nicht erst unter Wasser. Wer ausreichend trinkt, den Schatten nutzt, den Neoprenanzug erst kurz vor dem Einstieg anzieht und auch seine Tauchpartner im Blick behält, reduziert das Risiko einer Hyperthermie erheblich.
Viele Taucher unterschätzen zudem, wie viel Flüssigkeit sie bereits vor dem Tauchgang verlieren. Im Neoprenanzug beginnt der Körper zu schwitzen – häufig sogar deutlich stärker, als man bemerkt. Da der Schweiß nicht wie im T-Shirt verdunsten kann, wird der Flüssigkeitsverlust oft gar nicht wahrgenommen. Umso wichtiger ist es, regelmäßig zu trinken und den eigenen Körper sowie den Buddy aufmerksam zu beobachten.
Gerade erfahrene Taucher und Tauchprofis können hier mit gutem Beispiel vorangehen – denn Sicherheit beginnt bereits an Land.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Trotz sorgfältiger Recherche kann er eine individuelle ärztliche Beurteilung nicht ersetzen. Bei Verdacht auf eine Hyperthermie, einen Hitzschlag oder einen anderen medizinischen Notfall sollte unverzüglich der Rettungsdienst (112) verständigt oder die nächstgelegene Notaufnahme aufgesucht werden.
Hyperthermia in Diving: Why overheating on land can be more dangerous than the dive itself
When divers talk about diving risks, the focus is usually on decompression sickness, barotrauma, or currents. However, one of the most underestimated dangers occurs long before entering the water: hyperthermia.
Especially in summer, divers spend long periods on boats, exposed entry points, or fully geared up on land. The combination of high ambient temperatures, direct sunlight, and thick neoprene exposure suits can push the human body to its physiological limits surprisingly quickly.
What is hyperthermia?
Hyperthermia occurs when the body’s core temperature rises uncontrollably and the body can no longer dissipate excess heat effectively. Unlike fever, this is not a regulated process. Instead, the thermoregulatory system begins to fail.
Once core temperature exceeds approximately 40°C (104°F), the risk of severe damage to the brain, cardiovascular system, and internal organs increases significantly. Without rapid intervention, hyperthermia can become life-threatening.

Why divers are particularly at risk
Divers often focus entirely on the dive itself and underestimate what happens before entry.
Common high-risk situations include:
- Waiting on a boat in direct sunlight.
- Wearing a 5 mm or 7 mm wetsuit in tropical heat.
- Long walks to entry points in full gear.
- Multiple dives on hot, humid days.
Neoprene is designed for insulation underwater. On land, however, it significantly reduces the body’s ability to release excess heat.
Putting on the wetsuit at the right time
A frequent mistake is putting on the full wetsuit long before briefing or departure.
This applies not only to wetsuits but also to drysuits. While a drysuit provides thermal insulation underwater, it can also trap heat very effectively on land when combined with undergarments and limited airflow. Many divers underestimate how quickly core temperature can rise while standing in full drysuit gear in direct sunlight, especially during pre-dive briefings or gear preparation on a crowded boat deck.
It is far safer to delay full exposure suit donning until shortly before entry. If partial gearing is necessary, keeping the suit down to the waist until just before the dive can significantly reduce heat stress.
Every minute spent fully enclosed in neoprene under the sun increases thermal load.
Hydration is essential – even without feeling thirsty
Even mild sweating leads to fluid loss. Many divers underestimate how much they dehydrate between dives.
Adequate hydration supports:
- cardiovascular stability,
- thermoregulation,
- physical performance,
- and reduces dehydration-related stress on the body.
Water or electrolyte-rich fluids are ideal. Alcohol should be strictly avoided before diving.
Shade is your most important safety tool
Between dives, actively seeking shade is one of the simplest and most effective preventive measures.
Use boat shade covers, indoor spaces, or natural shaded areas whenever possible. Equipment should ideally be assembled only shortly before the next dive.
A hat and light clothing between dives can also significantly reduce heat load.
Watch not only yourself but your dive buddies
In diving, we constantly monitor each other underwater — the same should apply on land.
Be alert for warning signs in yourself and others:
- excessive or unusual sweating, or suddenly dry, hot skin,
- dizziness,
- headaches,
- nausea,
- fatigue,
- confusion or impaired judgment,
- unusual behavior.
Confusion is often misinterpreted as simple fatigue, but it can already indicate a severe heat-related condition.
Important and often overlooked: sweating in a wetsuit
Many divers are unaware that they sweat significantly even while “in water mode”.
Inside a wetsuit, the body continues to produce sweat, but evaporation is limited. As a result, fluid loss is often not noticed at all. This hidden dehydration can accumulate over multiple dives and significantly increase heat stress risk.
Regular fluid intake and awareness of your physical condition are therefore essential.
First aid
If hyperthermia is suspected:
- Move the person immediately into shade or a cool environment.
- Remove or loosen exposure suit and equipment.
- Actively cool with water and airflow.
- If conscious, provide small amounts of fluids.
- If confusion, collapse, or unconsciousness occurs, call emergency services immediately.
Conclusion
A safe dive day does not begin underwater — it starts on land.
Proper hydration, smart timing when donning exposure suits, using shade consistently, and actively monitoring your dive buddies can significantly reduce the risk of hyperthermia.
Experienced divers and professionals in particular can set a strong example here, as safety begins long before entry into the water.
Disclaimer: This article is for general informational purposes only and does not constitute medical advice, diagnosis, or treatment. It cannot replace individual medical evaluation. In case of suspected hyperthermia, heat stroke, or any medical emergency, contact emergency services immediately (e.g., 112 in Europe / 911 in the US) or seek the nearest emergency department.

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