Anatomie der Haie

In meiner sich so langsam zur Serie entwickenlnden Reihe über Haie heute mal was über die Anatomie. Viel Spaß!

Haie sind seit Millionen von Jahren auf dem Planeten und haben sich zu perfekten Räubern entwickelt. Hier könnt ihr lesen, warum das so ist!

SKELETT

Hai-Skelette bestehen aus Knorpel und nicht aus Knochen. Dies ist stark und langlebig, und wesentlich flexibler und leichter als Knochen. Dadurch reduziert sich die Menge an Energie, um sich fortzubewegen. Die Flexibilität des Knorpelskeletts ermöglicht eine extreme Wendigkeit.
Das Alter kann durch zählen der Ringe (ähnlich der Jahresringe beim Baum) am Rückgrat bestimmt werden.

HAUT

Haifischhaut ist mit Millionen winziger Schuppen bedeckt, die als dermale Dentikel bezeichnet werden. Diese zeigen nach hinten und reduzieren so den Oberflächenwiderstand. Deshalb kann der Hai schneller schwimmen, als es ohne die dermalen Dentikel möglich wäre. Das ganze nennt man hydrodynamische Effizienz. Beim Wachsen werden die Dentikel nach und nach durch größere ersetzt.

Durch die zunehmende Versauerung der Meere, werden allerdings diese sehr oft geschädigt. Das schadet dem Hai enorm, weil er so langsamer wird.

Dentikel variieren in der Form je nach Art und Position am Körper. Einige sind so groß, dass der Hai sie als Verteidigungsstacheln nutzen kann!

ZÄHNE

Haizähne sind sehr hart und oft an bestimmten Stränden als Fossilien zu finden.

Unmittelbar nach der Geburt sind Haie bereits voll ausgerüstet. Sie haben ein sogenanntes Revolvergebiss so das verlorene Zähne schnell ersetzt werden können. Die neuen Zähne klappen einfach nach vorne.

Haie können ihre Zähne cirka alle 2 Wochen ersetzen. Einige Arten können in ihrem Leben bis zu 30.000 Zähne verlieren.

Die Zahnform verrät, was ein Hai für Nahrung zu sich nimmt. Flache Quetschzähne eignen sich perfekt zum Verzehr von Schalentieren. Spitzzähne zum Greifen von Fischen. Und scharfe gezackte Zähne für größere Beute wie zum Beispiel Robben.



Flossen

Flossen sorgen für Gleichgewicht und Stabilität im Wasser. Haie haben eine große Rückenflosse, die für Gleichgewicht sorgt. Normalerweise haben sie auch eine kleinere Rückenflosse weiter hinten in Richtung Schwanz. Ihre Brustflossen dienen dazu, um im Wasser zu lenken. Die Schwanzflosse dient natürlich dem Vortrieb.

Die Größe und Form der Flossen ist bei jeder Art sehr unterschiedlich.

Schnellere Haie (wie der Shortfin Mako) neigen dazu, kürzere halbmondförmige Schwanzflossen zu haben, während sich langsam bewegende Haie (wie der Stumpfnasen-Sechskiemerhai) längere haben.

Kiemen

Um zu atmen, müssen fast alle Haiarten sich ständig bewegen. Beim Schwimmen wird Wasser durch den Mund und durch die Kiemen gedrückt. Ein Prozess, der als „Ram-Ventilation“ bezeichnet wird. Während Wasser durch die Kiemen fließt, wird Sauerstoff über die Blutgefäße aufgenommen und durch den Körper transportiert.

Einige wenige Haie (wie Ammenhaie und Zebrahaie) haben dieses Problem jedoch gelöst, indem sie Wasser in ihren Mund saugen und es durch ihre Kiemen drücken.

UNTERGEHEN ODER SCHWIMMEN

Um zu schwimmen nutzen Haie:

    – ein leichtes Skelett
    – der Lifting-Effekt, den ihre Flossen erzeugen, wenn sie sich durchs Wasser bewegen
    große Lebern, die Öle mit geringer Dichte speichern

Bei einigen Haien macht die Leber 25% ihres gesamten Körpergewichts aus! Leider besteht eine große Nachfrage nach Haifischleberöl, das in der Kosmetik verwendet wird.

Der Sandtigerhai kann auch bewegungslos schweben, indem er Wasser an der Oberfläche schluckt und Luft in seinem Magen einschließt.

MUSKELN

Haie haben zwei von Muskelarten – rote und weiße. Rote Muskeln wirken, indem sie das Fett im Körper des Hais abbauen. Es hat eine gute Blutversorgung und hilft dem Hai, lange Zeit zu schwimmen. Weißer Muskel nutzt Energie aus dem Abbau von Glykogen (Zucker). Haie können kurze, schnelle Sprints machen, wenn sie Beute fangen oder einer Gefahr entkommen müssen.

Lange Bündel von Muskelfasern verlaufen von der „Nase“ des Haikopfes bis zur Schwanzspitze. Wenn sich diese zusammenziehen, werden entlang des Körpers eine Reihe von Wellen erzeugt. Dadurch kann sich der Hai mit seinem Schwanzflosse durch das Wasser treiben. Stärkere Muskelkontraktionen führen zu schnelleren Geschwindigkeiten. Um Energie zu sparen, bauen Haie mit einer Reihe von Muskelkontraktionen Geschwindigkeit auf und versteifen dann ihren Körper, um durch das Wasser zu gleiten.

TEMPERATURKONTROLLE

Die meisten Fische sind kaltblüter, ihre Körpertemperatur schwankt also mit ihrer Umgebung. Makrelenhaie sind in der Lage, ihr Blut erwärmen können. Auch der Weiße Hai, der Heringshai, der Lachshai, der Kurzflossen-Mako und der Langflossen-Mako können dies.

Durch die Kiemen eines Hais, in denen die Blutgefäße kühlerem Wasser ausgesetzt sind, geht viel Wärme verloren. Um den Wärmeverlust zu minimieren, haben Makrelenhaie ein Netzwerk winziger Kapillaren, die als Wärmeaustauschsystem fungieren. Blutgefäße, die warmes sauerstofffreies Blut zu den Kiemen befördern, gelangen neben kaltem sauerstoffhaltigem Blut in den Körper. Wenn sie in entgegengesetzte Richtungen gehen, wird Wärme ausgetauscht und an die Muskeln zurückgegeben.

Riechen und Fühlen

Der Geruchssinn der Haie für bestimmte Stoffe kann bis 10’000 mal empfindlicher sein als der des Menschen. Sie können den Geruch von Beute über hunderte von Metern exakt orten.

Alle Fotos wurden mir freundlicherweise von meinem ehemaligem Ausbilder Thomas D. zur Verfügung gestellt! Vielen Dank dafür!

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